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Josef Maizner Gedenkschiessen 2012 [mehr lesen ...]

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Der Bartgeier zieht wieder seine Kreise

Der Bartgeier trug über lange Zeit den Namen Lämmergeier, weil man in diesem Vogel einen Jäger von Lämmern und Gämsen sah und ihm sogar andichtete, dass er gelegentlich ein Kind davontrage. Aus Unwissenheit und Angst wurde der Bartgeier im Alpenraum ausgerottet, wobei die letzten Tiere vor rund 100 Jahren erlegt wurden.

Die Wiederansiedlungsversuche, die in den 1980er Jahren begannen, waren deshalb von umfangreichen Aufklärungskampagnen begleitet, welche den Bartgeier als einen auf Aas spezialisierten Vogel ausweisen. Im Krumltal bei Rauris im Pinzgau ist im Jahr 2010 der erste erfolgreiche Brutversuch von Bartgeiern in freier Wildbahn in Österreich seit der Wiederansiedlung geglückt.

Mit einer Flügelspannweite bis zu 3 Metern ist er der größte Vogel der Alpen- welt. Im Flug ist er unverkennbar aufgrund der kreuzförmigen Silhouette mit schmalen, spitzen Flügeln, hervorstehendem Kopf und langem Keilschwanz. Sein auffälliger „Bart“ an der Schnabelunterseite gibt ihn seinen Namen.

Wichtig für das Wiederansiedelungsprojekt ist die Beobachtung der Bartgeier in den Bergen, wobei zwei Exemplare zuletzt in den Ötztaler Alpen bestätigt wurden und damit auch die örtliche Jägerschaft einen wichtigen Beitrag leisten kann. Vor der Freilassung werden die Jungvögel  mit einem individu- ellen Muster versehen indem ihnen einige Federn gebleicht werden. Zwar ist diese Form der Kennzeichnung in ihrer Haltbarkeit zeitlich begrenzt (2 bis 3 Jahre bis zur Vollmauser), deckt aber die Wanderphase der Tiere im Wesent-lichen ab. In ihren ersten 3 bis 4 Lebensjahren ziehen sie weit im Alpenraum umher, wobei das geringe Gewicht von 5 bis 6 Kilo sie zu ausgezeichneten Segelfliegern macht, welche nicht wie andere Vögel auf Warmluftströmungen angewiesen sind und damit über 1000 Kilometer Flugdistanzen in zwei Tagen zurücklegen können.

Mit Fallwild oder auf den Almen verendetem Nutzvieh räumt der Bartgeier vollends auf. In ausgedehnten Suchflügen findet er die Kadaver. Was Raben, Adler, und Fuchs nicht nutzen - Sehnen, Haut und Knochen - verdrückt der Bartgeier. Gut 80% seiner Nahrung besteht aus Knochen, wobei Schulter-blätter von Schafen, Rinderwirbel und Gamsoberschenkel durch den sehr dehnbaren Schlund mühelos in den Magen gelangen und von besonders scharfen Verdauungssäften innerhalb kurzer Zeit restlos aufgelöst und abgebaut werden.

Der Bartgeier betätigt sich sogar als „Knochenbrecher“ indem er großes Gebein 70 bis 80 Meter hoch in die Lüfte trägt und zielsicher über felsigem Grund solange abwirft, bis es zersplittert. Kleinsplitteransammlungen kenn- zeichnen solche Plätze welche man als "Knochenschmieden" bezeichnet.

 

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Flugbilder                     

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Weiterführende Informationen:

  • Ein Team von Tele Südostschweiz hat eine Bartgeierauswilderung begleitet

http:// www.suedostschweiz.ch/multimedia/video/tso-report-vom-14122011

  • Bartgeier – Wiederansiedelung in den Alpen

http://www.wild.uzh.ch/bg

  • Bartgeier – Aktuelle Informationen und Monitoring in Österreich

Das Bartgeierweibchen Nicola ist kürzlich in Matrei in Osttirol an einer Bleivergiftung verendet. Wie das Gift   bleihältiger Jagdgeschosse in die Nahrungskette kommt und welche schwerwiegende Folgen es für Aas- und Allesfresser hat ist hier zu lesen. - Ein Umstieg auf bleifreie Munition ist rasch erforderlich!

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